[Artikel] Die Krisen von Morgen erkennen – Die Bundeswehr setzt auf Software

Von Björn Müller, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Juli 2018

Die Bundeswehr lässt eine Software entwickeln, um sich besser für zukünftige Krisen wappnen zu können. Dabei dient die amerikanische Armee als Vorbild – doch das Vorhaben hat seine Tücken.

Die Mongolei 2025 – auf dem Flughafen von Ulan-Bator landet eine Flotte A400M und entlädt ein 300 Mann starkes Ausbildungskontingent der Bundeswehr samt Material. Die logistisch aufwendige Operation war nur durch eine monatelange Vorausplanung möglich. Die Bundesrepublik will so der Mongolei, die vom Nachbarn China destabilisiert wird, den Rücken stärken. Die Deutschen fürchten, eine wichtige Bezugsquelle für Rohstoffe zu verlieren.

Dieses fiktive Szenario zeigt, welchen Nutzen sich die Bundeswehr von einer Software zur Krisenfrüherkennung erhofft, die Deutschlands Streitkräfte seit Kurzem entwickeln lassen. Das Programm soll durch umfassende Datenauswertung  bereits Monate im Voraus sicher erkennen, wo und wann für Deutschland relevante Krisen entstehen, damit die Streitkräfte einen Reaktionspuffer haben, um Handlungsoptionen zu entwickeln. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagt gegenüber FAZ.NET: „Beispiele können das Erkennen von Indikatoren für Ressourcenengpässe, Unruhen und gewaltsame Auseinandersetzungen in betrachteten Regionen sein.“

Die Bundeswehr-Pläne sehen vor, ein „Kompetenzzentrum Krisenfrüherkennung“ für die Bundesregierung aufzubauen, in dem die Streitkräfte, das Auswärtige Amt und der Bundesnachrichtendienst zusammenarbeiten. Die Führung liegt beim Verteidigungsministerium, über dessen Abteilung Strategie und Einsatz. Den Kern der Krisenfrüherkennung bildet ein Team von Programmierern und Analysten der Behörden, die softwarebasierte Vorhersagemodelle für Krisen entwickeln und betreuen. Im Team wiederum sollen Gruppen auf Regionen spezialisiert werden, wie Nordafrika oder Osteuropa.

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Den vollständigen Artikel finden Sie auf der Homepage der Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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