Über die VSN

Die VSN ist eine private Fachoffiziersgesellschaft, die 1946 von engagierten Nachrichtenoffizieren gegründet wurde. Heute ist sie die führende Organisation zur Vernetzung der Schweizer Intelligence-Community.

Die Vereinigung der Schweizerischen Nachrichtenoffiziere (VSN) hat sich zum Ziel gesetzt, die ausserdienstliche Weiterbildung der Nachrichtenoffiziere zu fördern, ihre Interessen in Bezug auf Ausbildung, Aufgaben und Stellung zu vertreten und sich für die Belange des Nachrichtendienstes, des Sachbereichs Lage und der Sicherheitspolitik sowohl zivil als auch militärisch einzusetzen. Das Motto der VSN lautet dabei ‚Denken fördern, Wissen vermitteln, Handeln unterstützen‘.

Die VSN besteht aus etwa 500 aktiven und ehemaligen Nachrichtenoffizieren aus der ganzen Schweiz sowie einer steigenden Anzahl ziviler Fachpersonen. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich und setzt sich aus Miliz- und Berufsoffizieren des militärischen Nachrichtendienstes sowie aus Spezialisten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und des Nachrichtendienstes des Bundes zusammen.

Die VSN finanziert sich aus den jährlichen Beiträgen ihrer Mitglieder. Mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln führt sie vier Abendveranstaltungen pro Jahr mit hochkarätigen Referenten zu aktuellen nachrichtendienstlichen Themen durch. Insbesondere die traditionelle Lagebeurteilung in Zürich, an der anerkannte Experten aus dem Bereich der inneren Sicherheit, der äusseren Sicherheit und der Wirtschaft ihre Prognose für das kommende Jahr präsentieren, stösst auf grosses Interesse. Jährlich erscheinen vier Ausgaben des Vereinsorgans und der nachrichtendienstlichen Fachzeitschrift «VSN-Bulletin», die in Militär, Politik und Wirtschaft hohes Ansehen geniesst.

Die VSN betreibt das Internet-Portal www.swissint.ch, das Mitgliedern der Schweizer Intelligence-Community zur Informationsbeschaffung zur Verfügung steht. Hier können Mitglieder kostenlos auf Analyseberichte, Referentenmanuskripte, Ausbildungshilfsmittel, Checklisten, Buchbesprechungen und vieles mehr zugreifen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und dem Armee-Ausbildungszentrum in Luzern führt die VSN Weiterbildungsveranstaltungen durch, um die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Stellen zu schulen und zu optimieren. In unregelmässigen Abständen werden auch Publikationen zu ausgewählten Problemstellungen in Buchform veröffentlicht. Diese enthalten Überlegungen, Fallbeispiele, Ausbildungsideen und Checklisten, um Informationslücken zu schliessen. In dem Buch „Armee-Einsätze unterhalb der Kriegsschwelle“ wurde zuletzt der Einsatz des Nachrichtendienstes in subsidiären Einsätzen thematisiert.

Geschichte

Die Gründung und die ersten Jahre

Ü

ber die Gründung und die ersten Jahre berichtet auf der Grundlage des ersten Tätigkeitsberichtes 1947-1950 (Bern, 1950) und aus seiner Erinnerung – ein wichtiger Zeuge: Oberst Paul Staub, Bern, Gründungsmitglied und Sekretär des ersten Vorstandes, damals als Oberleutnant Nachrichtenoffizier des Gebirgsfüsilierbataillons 34:

„Während des Nachrichtenoffizierkurses im Sommer 1946 diskutierten Oberst Perret und ich erstmals die Frage einer Organisation der Nachrichtenoffiziere und Adjutanten im Rahmen der Schweiz. Offiziersgesellschaft.

Mit deren Präsidenten, Oberst Döbeli, fanden verschiedene Aussprachen statt. Es wurde eine Gruppe von Sympathisanten gebildet, welche auf den 26. Januar 1947 zur Gründungsversammlung nach Luzern einluden. Hier konstituierte sich unsere Vereinigung unter dem Vorsitz unseres Mitgliedes Nationalrat Dr. Urs Dietschi.

Am 13. Februar 1947 genehmigte der Zentralvorstand der SOG alsdann unsere Statuten und, entsprach unserem Wunsch, als selbständige Waffensektion im Rahmen der SOG unsere ausserdienstliche Tätigkeit aufzunehmen.

(…)

Der Vorstand setzte sich bei der Gründung aus neun Mitgliedern zusammen, von denen statutengemäss mindestens zwei Welsche und einer Tessiner sein mussten… Die Vereinstätigkeit war in den ersten drei Jahren sehr intensiv. Nebst vier ausserdienstlichen Übungen wurde eine Schriftenreihe geschaffen, die es in den drei ersten Jahren auf 14 Nummern brachte, von denen einzelne zwei- oder gar dreisprachig erschienen sind. Sie wurden allen Mitgliedern, weiteren Nachrichtenoffizieren, allen Heereseinheits- und höheren Truppenkommandanten sowie einer ganzen Anzahl weiterer Interessenten im In- und Ausland gratis zugestellt.

Zur Vereinstätigkeit gehörten auch die jährlichen Exkursionen auf die Schlachtfelder der Normandie. Solche haben wir 1948, 1949 und 1950 unternommen. Dazu gesellten sich als unsere Gäste französische, englische und polnische Brigade- und Regimentskommandanten, die uns die von ihnen erlebten Kampfphasen schilderten. Die Normandie war damals vom Kriegsgeschehen 1944/45 noch stark gezeichnet. Die Stadt Caen war zu drei Vierteln zerstört, die Brücken nur notdürftig repariert, die zerstörten Panzerkampfwagen lagen in den Kornfeldern herum, und die künstlichen Häfen waren alle noch vorhanden…(…)“

Besuch in der Normandie
Major Eddy Bauer, Dozent an der Militärwissenschaftlichen Abteilung der ETH und Verfasser u. a. von «La guerre des blindes», im Element (1948). (Aufnahme Paul Staub)

(…)

Die fünfziger Jahre

An der Hauptversammlung vom 20./21. Mai 1950 in St. Gallen übernahm der «Vorort» St. Gallen die Leitung der VSN. In der Person von Arthur Schläpfer, Nachrichtenoffizier des Infanterieregimentes 77, wurde damit das Steuer der VSN einem Milizoffizier anvertraut. Das Vorortssystem funktionierte schon von Anfang an so, dass die laufenden Geschäfte  durch einen engeren Ausschuss unter der Benennung «Vorort…» geführt wurden. Daneben gehörten dem Vorstand aber noch weitere Mitglieder aus den verschiedenen Landesteilen und als Vertreter verschiedener Truppengattungen an. Über die Tätigkeit der Jahre 1950 bis 1953 orientiert ein sehr ausführlicher Bericht, verfasst von Vizepräsident Piero Fritz.

«Als Ziel war uns nach wie vor gesteckt:

  • Festigung der Stellung des Nachrichtenoffiziers im allgemeinen.
  • Unterstützung des Nachrichtenoffiziers in seinen Aufgaben.
  • Ergänzung seiner Ausbildung durch ausserdienstliche Tätigkeit.
  • Pflege des Gedankenaustausches unter Nachrichtenoffizieren.

Wenige Wochen nach der St. Galler Hauptversammlung brachen in Korea Feindseligkeiten aus, über deren Bedeutung die immer noch andauernden Waffenstillstandsverhandlungen nicht hinwegtäuschen. Der Gefechtslärm aus dem Fernen Osten mahnt uns in eindringlicher Weise zum Ernst bei der Durchführung unserer Aufgabe.»

Geschichte

Die Gründung und die ersten Jahre

Ü

ber die Gründung und die ersten Jahre berichtet auf der Grundlage des ersten Tätigkeitsberichtes 1947-1950 (Bern, 1950) und aus seiner Erinnerung – ein wichtiger Zeuge: Oberst Paul Staub, Bern, Gründungsmitglied und Sekretär des ersten Vorstandes, damals als Oberleutnant Nachrichtenoffizier des Gebirgsfüsilierbataillons 34:

„Während des Nachrichtenoffizierkurses im Sommer 1946 diskutierten Oberst Perret und ich erstmals die Frage einer Organisation der Nachrichtenoffiziere und Adjutanten im Rahmen der Schweiz. Offiziersgesellschaft.

Mit deren Präsidenten, Oberst Döbeli, fanden verschiedene Aussprachen statt. Es wurde eine Gruppe von Sympathisanten gebildet, welche auf den 26. Januar 1947 zur Gründungsversammlung nach Luzern einluden. Hier konstituierte sich unsere Vereinigung unter dem Vorsitz unseres Mitgliedes Nationalrat Dr. Urs Dietschi.

Am 13. Februar 1947 genehmigte der Zentralvorstand der SOG alsdann unsere Statuten und, entsprach unserem Wunsch, als selbständige Waffensektion im Rahmen der SOG unsere ausserdienstliche Tätigkeit aufzunehmen.

(…)

Der Vorstand setzte sich bei der Gründung aus neun Mitgliedern zusammen, von denen statutengemäss mindestens zwei Welsche und einer Tessiner sein mussten… Die Vereinstätigkeit war in den ersten drei Jahren sehr intensiv. Nebst vier ausserdienstlichen Übungen wurde eine Schriftenreihe geschaffen, die es in den drei ersten Jahren auf 14 Nummern brachte, von denen einzelne zwei- oder gar dreisprachig erschienen sind. Sie wurden allen Mitgliedern, weiteren Nachrichtenoffizieren, allen Heereseinheits- und höheren Truppenkommandanten sowie einer ganzen Anzahl weiterer Interessenten im In- und Ausland gratis zugestellt.

Zur Vereinstätigkeit gehörten auch die jährlichen Exkursionen auf die Schlachtfelder der Normandie. Solche haben wir 1948, 1949 und 1950 unternommen. Dazu gesellten sich als unsere Gäste französische, englische und polnische Brigade- und Regimentskommandanten, die uns die von ihnen erlebten Kampfphasen schilderten. Die Normandie war damals vom Kriegsgeschehen 1944/45 noch stark gezeichnet. Die Stadt Caen war zu drei Vierteln zerstört, die Brücken nur notdürftig repariert, die zerstörten Panzerkampfwagen lagen in den Kornfeldern herum, und die künstlichen Häfen waren alle noch vorhanden…(…)“

Besuch in der Normandie
Major Eddy Bauer, Dozent an der Militärwissenschaftlichen Abteilung der ETH und Verfasser u. a. von «La guerre des blindes», im Element (1948). (Aufnahme Paul Staub)

(…)

Die fünfziger Jahre

An der Hauptversammlung vom 20./21. Mai 1950 in St. Gallen übernahm der «Vorort» St. Gallen die Leitung der VSN. In der Person von Arthur Schläpfer, Nachrichtenoffizier des Infanterieregimentes 77, wurde damit das Steuer der VSN einem Milizoffizier anvertraut. Das Vorortssystem funktionierte schon von Anfang an so, dass die laufenden Geschäfte  durch einen engeren Ausschuss unter der Benennung «Vorort…» geführt wurden. Daneben gehörten dem Vorstand aber noch weitere Mitglieder aus den verschiedenen Landesteilen und als Vertreter verschiedener Truppengattungen an. Über die Tätigkeit der Jahre 1950 bis 1953 orientiert ein sehr ausführlicher Bericht, verfasst von Vizepräsident Piero Fritz.

«Als Ziel war uns nach wie vor gesteckt:

  • Festigung der Stellung des Nachrichtenoffiziers im allgemeinen.
  • Unterstützung des Nachrichtenoffiziers in seinen Aufgaben.
  • Ergänzung seiner Ausbildung durch ausserdienstliche Tätigkeit.
  • Pflege des Gedankenaustausches unter Nachrichtenoffizieren.

Wenige Wochen nach der St. Galler Hauptversammlung brachen in Korea Feindseligkeiten aus, über deren Bedeutung die immer noch andauernden Waffenstillstandsverhandlungen nicht hinwegtäuschen. Der Gefechtslärm aus dem Fernen Osten mahnt uns in eindringlicher Weise zum Ernst bei der Durchführung unserer Aufgabe.»

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